Gerechtigkeit

Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.

Maleachi 3, 20

Liebe Leser,

in einem Lied heißt es: „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit“. Das Lied ist 300 Jahre alt. Das Thema jedoch ist jung und aktuell. Wir erleben Ungerechtigkeit, täglich, in der Welt genauso wie auch bei uns, in unserem Umfeld, unter unseren Mitmenschen. Und wir erleben es, dass wir ungerecht behandelt werden. Wir wünschen uns, dass es gerecht zugeht. Das Lied spricht diesen Wunsch aus. Aber was ist gerecht? Wenn jeder das gleiche bekommt, den gleichen Wohlstand, die gleichen Chancen? Oder wenn jeder in der Welt wenigstens so viel hat, dass er gut leben kann, außerdem die Möglichkeit bekommt, eine Ausbildung zu machen und arbeiten zu gehen? Oder wenn jeder das bekommt, was er verdient, an Lohn aber auch an Strafe? Ist es gerecht, wenn jedes Kind in der Familie gleich behandelt wird, obwohl die Kinder unterschiedlich sind und unterschiedlichen Bedarf haben? Ist es gerecht, wenn unterschiedliche Menschen gleich behandelt werden, als wären alle gleich? Oder ist es gerechter, jeden so zu behandeln, wie es ihm zusteht und er es braucht? In der Politik wird über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachgedacht. Unabhängig davon, ob das überhaupt finanzierbar ist – Schafft das mehr Gerechtigkeit? Die einen werden es investieren und daraus etwas machen, zum Beispiel es als Grundstock für ein Geschäft verwenden, die anderen werden sich darauf ausruhen und nichts tun. Den einen wird es die Angst vor dem nächsten Tag nehmen, die anderen brauchen es nicht wirklich dringend. Es schafft nicht mehr Gerechtigkeit, unterschiedliche Menschen, die in unterschiedlichen Situationen leben, über einen Kamm zu scheren. Was für den einen gut sein mag, kann für den anderen nicht gut sein.

Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Menschen sind unterschiedlich. Was ist gerecht?

Was meint der Prophet Maleachi, wenn er im Blick auf Gott von der „Sonne der Gerechtigkeit“ schreibt, die über alle scheinen wird, die Gottes Namen fürchten?

In zwei Punkten sind alle Menschen vor Gott gleich:

  1. Sie sind Gottes Geschöpfe und deshalb von Gott geliebt.
  2. Sie sind Sünder und haben die Gemeinschaft mit Gott und das ewige Leben bei ihm verloren.

Weil Gott uns liebt, darum geht er über die Verlorenheit der Menschen nicht gleichgültig hinweg. Sondern er hat alles eingesetzt, um uns Menschen von der Verlorenheit und dem ewigen Tod zu retten und uns ins ewige Leben bei ihm zurückzubringen. Dazu wurde sein Sohn Jesus Christus als Mensch geboren und als Verbrecher am Kreuz hingerichtet. Dieses Angebot zur Rettung gilt für alle Menschen gleich. Gott macht hier zwischen Menschen keinen Unterschied. Und Gott ebnet hier auch keine verschiedenen Wege, die zu ihm führen würden. Es gibt nur den einen Weg zu Gott. Der ist Jesus Christus. Den hat Gott selbst für uns eröffnet.

Das ist Gottes Gerechtigkeit: Gott will, dass jeder gerettet wird und keiner verloren geht. Diese Rettung können und müssen wir uns nicht verdienen durch irgendeine Leistung. Wir bekommen sie von ihm geschenkt. Wer sich an Jesus Christus wendet und sich ihm anvertraut, über ihm wird die Sonne von Gottes Gerechtigkeit scheinen, egal, wie sein Leben vorher gewesen ist.

Er wird Gottes Heil erfahren. Seine Beziehung mit Gott wird heil werden.Aber Gott begegnet uns unterschiedlich, jedem Menschen auf eine andere Weise, so wie jeder es braucht und wie jeder ansprechbar ist. Er behandelt jeden Menschen anders, je nachdem, in welcher Lebenssituation sich ein Mensch befindet. Aber er hat mit jedem das gleiche Ziel: Rettung, Leben mit ihm. Es liegt an uns, ob wir uns auf Jesus Christus einlassen oder nicht.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Eckehard Graubner